Kottmannshausen

Lage und Beschreibung:

Kottmannshausen liegt nordöstlich von Egen im Tal des Beverbaches, zirka zwei Kilometer von Egen entfernt. Der kleine Ort besteht aus einem landwirtschaftlichen Betrieb, einigen Wohnhäusern und einer Personen beförderden Modell-Eisenbahnanlage im Maßstab 1:10.
Durch den Ort führt der Rundwanderweg A2, dessen Start und Ziel neben der Kirche in Egen liegt.
Die Ortslage gehört zum Stadtgebiet von Radevormwald. Der im Tal fließende Bach Bever markiert im Ortsbereich die Grenze zwischen Wipperfürth und Radevormwald.



 
Geschichte

Landwirtschaft: Bis in die 1980-er Jahre war der Ort ausschließlich von der Landwirtschaft geprägt. Drei kleine Höfe ernährten ihre darauf lebenden Familien. Gehalten wurde hauptsächlich Milchvieh und die entsprechende Nachzucht für 10 bis 25 Milchkühe. Im begrenztem Umfang wurde auch Ackerbau betrieben.

Zugehörigkeit zu Egen: Das der Ort dem Bereich Egen zugeordnet wird, liegt an der ehemaligen Zugehörigkeit zur Kirchengemeinde und dem Schulbesuch der Volksschule im Dorf Egen. Kirche und Schule mussten früher durchweg zu Fuß erreicht werden. Auf Radevormwalder Stadtgebiet Schule oder Kirche zu besuchen wäre zu weit und zu zeitaufwändig gewesen.

Mühle und Bäckerei: Bis 1959 hat es in Kottmannshausen eine Getreidemühle gegeben. Diese Mühle bestand nachweislich seit 1862. Mit Wasserkraft betrieben wurde die Mühle bis Mitte des II. Weltkrieges. Nach dem Bruch des hölzernen Wasserrades trieb elektrischer Strom die Mühle an. 1959 wurde der Mahlbetrieb schließlich eingestellt.
Parallel zum Mühlenbetrieb war Anfang des 20. Jahrhunderts eine Bäckerei in der Mühle angesiedelt. Die Backwaren wurden mit Pferd und Wagen und seit den 1920-er Jahren auch mit Kraftwagen zu den Kunden gebracht.

Öffentlicher Fernsprecher: Im Haus der ehemaligen Getreidemühle befand sich ein öffentlicher Fernsprecher. Die Einrichtung eines solchen Anschlusses hatte den Vorteil für den Hauseigentümer, das keine Grundgebühr zu entrichten war. Lediglich die abtelefonierten Einheiten wurden abgerechnet.
Da alle Nachbarn aus den umliegenden Orten zum telefonieren kamen, war die Wohnküche so eine Art Kommunikationszentrum. Denn vor und nach den Telefonaten wurden oft ausgiebig alle Neuigkeiten ausgetauscht und so verbreitet.
Nachteil der Einrichtung "Öffentlicher Fernsprecher" war aber, dass man auch verpflichtet war, für die Nachbarschaft ankommende Gespräche anzunehmen und die Gesprächsinhalte mündlich zu übermitteln. Da hieß es dann in Wind und Wetter zum Nachbarort gehen und die Nachricht überbringen. In dringenden Fällen wurde dieses auch mitten in der Nacht praktiziert.

Landwehr: Am östlichen Ortsrand verlief eine im ausgehenden Mittelalter angelegte Landwehrlinie. Diese verlief von Wuppertal bis Marienheide-Krommenohl. Reste der Anlage (ein Wall und Graben) finden sich noch 2014 in einem Waldgrundstück in der Nähe des Ortes.

Urkundliche Erstnennung: 1514 wurde der Ort erstmals erwähnt. „Kottemanßhuß“ heißt es in Kirchenrechnungen jener Zeit der reformierten Gemeinde in Radevormwald. Nachzulesen ist das im Buch "Urkundliche Erstnennung Oberbergischer Orte", herausgegeben vom Bergischen Geschichtsverein.

 

 

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